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Interview mit Recycling Experte  Julian Thielen von Interseroh
Geschätze Lesezeit: 8 Minuten

Wir fragen den Experten zum Thema Recycling

Interview mit Hr. Thielen von Interseroh

Julian Thielen ist Verpackungsingenieur und arbeitet beim Umwelt- und Recyclingdienstleister Interseroh in der Verpackungsoptimierung. Nach dem Studium der Verpackungstechnik in München und Berlin arbeitete er mehrere Jahre in der Verpackungsindustrie. Bei Interseroh hilft Julian Thielen seinen Kunden dabei die Recyclingfähigkeit von Verpackungen zu optimieren, um den eingesetzten Rohstoff im Kreislauf zu halten.

Herr Thielen, bitte beschreiben Sie kurz was Interseroh ist und welches Ziel Sie als Unternehmen verfolgen.

Julian Thielen: Die INTERSEROH Dienstleistungs GmbH bietet verschiedenste Services rund um Recycling und den Erhalt von Ressourcen an. Am bekanntesten ist wohl unser duales System mit dem wir Verpackungen wie den Quetschbeutel über den Gelben Sack/die Gelbe Tonne sammeln und dann der Sortierung und Verwertung zuführen. Darüber hinaus haben wir auch viele kleinere Angebote, so auch im Bereich der Abfallvermeidung und Wiederverwendung. Durch diese versuchen wir, die begrenzten Rohstoffe unserer Erde möglichst zu schonen und im Kreislauf zu halten.

Sie haben unsere neuen, recycelbaren Quetschies mit dem „Made For Recycling“ – Siegel ausgezeichnet. Was steckt hinter diesem Siegel und wie kann eine Verpackung das Siegel bekommen?

Julian Thielen: Wir haben den Quetschbeutel in unserem eigenen Labor bezüglich Sortierbarkeit und Recycelbarkeit nach Kriterien des bifa Umweltinstituts und des Fraunhofer IVV untersucht. Dadurch haben wir ein unabhängiges hochwissenschaftliches Verfahren zur Bewertung von Verpackungen aus allen Materialien. Kunststoffe stellen aufgrund des häufigen Materialmixes – besonders bei Quetschbeuteln – oft eine besondere Herausforderung für Hersteller und Recycler dar. Wenn eine Verpackung mehr als 18 von 20 Punkten in der Bewertung erreicht, erhält sie von uns das Siegel „Made for Recycling“, denn dann wurde bei der Verpackungsentwicklung neben dem Produktschutz auch an das Recycling gedacht – und das sieht dann auch der Endverbraucher direkt beim Einkauf.

Warum haben unsere neuen Quetschbeutel das Siegel erhalten?

Julian Thielen: Im Gegensatz zu anderen Quetschbeuteln besteht der Beutel nur aus einem Material: Polypropylen (PP). Andere Beutel haben teilweise zwei bis drei Kunststoffe und eine Aluminiumschicht zum Schutz des sensiblen Produkts. In einem solchen Fall ist ein sinnvolles Recycling kaum möglich. Bei diesem Beutel ist aber bei gleichem Produktschutz nur noch ein Material im Einsatz, so dass die Verpackung auch uneingeschränkt sortiert und recycelt werden kann.

Herr Thielen, wie können wir zu Hause helfen, dass mehr Verpackungen recycelt werden?

Julian Thielen: Zu Hause vorsortieren ist wichtig, denn sonst funktioniert der automatische Sortierprozess im Anschluss nicht. Grund: Jede Form der Verschmutzung (z.B. durch Essensreste) führt dazu, dass die Aggregate in der Sortieranlage die einzelnen Stoffe nicht mehr so leicht erkennen können. Dadurch wird deren Recyclingfähigkeit verschlechtert. Wichtig ist darüber hinaus, dass Verpackungen, die im Gelben Sack oder der Gelben Tonne entsorgt werden, restentleert sind, ein Ausspülen ist nicht erforderlich. Zudem bestehen manche Verpackungen aus verschiedenen Komponenten, die, soweit möglich, voneinander getrennt werden sollten, damit sie recycelt werden können. Weitere wichtige Tipps rund um Abfall und Recycling finden Interessierte auch unter www.mülltrennung-wirkt.de. 
Mit richtiger Abfalltrennung kann jeder einen Beitrag für die Umwelt leisten, dafür sorgen, dass wertvolle Ressourcen wieder in den Wertstoffkreislauf gelangen, und das Klima schützen.

Ok. Und wie können wir unseren neuen Quetschbeutel richtig entsorgen?

Julian Thielen: Die Entsorgung ist kinderleicht: Die neuen Quetschbeutel kommen einfach in den Gelben Sack / die Gelbe Tonne. In manchen Regionen gibt es auch die Wertstofftonne, dann bitte in die Wertstofftonne.

Vielen Dank Herr Thielen, dass Sie Teil unserer Quetschie Revolution sind.

Julian Thielen: Vielen Dank, dass Sie mit Ihrer optimierten Verpackung dazu beitragen, die verwendeten Rohstoffe zu erhalten und somit die Recyclingquote zu erhöhen.

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